Grundlagen der pädagogischen Arbeit

 

Entscheidend für unsere tägliche Arbeit und unser Zusammenleben sind die pädagogischen Leitgedanken der Maria Montessori. So wie sie, gehen auch wir davon aus, dass sich ein Kind nach einem eigenen inneren Bauplan entwickelt. Es durchläuft bestimmte, aufeinander aufbauende Entwicklungsstufen und sensible Phasen. Dies sind Zeiten, in denen das Kind besonders lernbereit und aufnahmefähig ist (z. B. besonderes Interesse für Buchstaben oder Zahlen zeigt). Maria Montessoris Grundsatz "Hilf mir, es selbst zu tun" soll das Kind zu Selbstständigkeit und Unabhängigkeit vom Erwachsenen führen.

 

Für diesen Entwicklungsprozess sind vier Schwerpunkte notwendig:

  • Die vorbereitete Umgebung
  • Die freie Wahl
  • Die Haltung der Erzieherin
  • Das Montessori-Material


Montessori-UmgebungWir präsentieren in einer gut vorbereiteten Umgebung das Material in offenen, den Kindern zugänglichen Regalen. Innerhalb dieser geordneten Strukturen können die Kinder nach dem Prinzip der "freien Wahl", auch kurz Freiarbeit genannt, entscheiden, was sie tun, mit wem sie es tun und wie lang sie bei einer Arbeit verweilen. Die freie Wahl der Tätigkeit ermöglicht es den Kindern, ihre Interessen, Bedürfnisse und Stärken zu leben, ihren eigenen Rhythmus und ihr eigenes Tempo zu finden.

In unserer Haltung wird deutlich, dass wir jedem Kind mit Achtung und Respekt begegnen. Wir wissen um unsere Vorbildfunktion. Deshalb gehen wir liebevoll wertschätzend mit jedem Kind um.

Unsere Aufgabe liegt vornehmlich in der zurückhaltenden Beobachtung der Kinder. Dabei erkennen wir, welches Material für ein Kind in der jeweiligen sensiblen Phase wichtig ist. Das Material wird den Kindern in Form einer Darbietung vorgestellt. Kann ein Kind später mit dem Material alleine arbeiten, folgt in Form der Drei-Stufen- Lektion die Namensgebung,

 

z. B. beim Kasten mit den Täfelchen in den Grundfarben (Kleiner Farbkasten):Farbkasten


1.      
Das ist Rot!

2.     Gib mir Rot!

3.     Welche Farbe ist das?

 




Maria Montessori gliedert ihr Material in verschiedene Bereiche. Entsprechend haben wir diese auch in unserem Kindergarten eingerichtet:

 

 

  • Die Übungen des täglichen Lebens
  • Das Sinnes und Dimensionsmaterial
  • Das Sprachmaterial
  • Das mathematische Material
  • Das Material zur kosmischen Erziehung

 



In unserer Montessori Einrichtung ist jedes Material nur einmal vorhanden. Es ist ästhetisch schön gestaltet, kindgerecht gearbeitet und beinhaltet jeweils eine isolierte Eigenschaft. Das Material fordert die Kinder auf, über das Greifen zum Begreifen zu kommen.

 

Gute Lektionen im rechten Augenblick, beschreibt Maria Montessori, eröffnen dem Kind neue Erkenntnisse und Fertigkeiten. Die dadurch gemachten Erfahrungen geben dem Kind einen Schlüssel zur Welt. Dies sichert, dass das Kind die am Material erworbenen Kenntnisse in seiner Umwelt erprobt und anwendet.

Zum Beispiel wird das Kind, das mit den Täfelchen der Grundfarben gearbeitet hat, bald entdecken, dass der Klatschmohn rot ist und diesen auch so benennen. Nach unseren Erfahrungen gelangen die Kinder nach einer intensiven und konzentrierten Arbeit zu innerer Zufriedenheit. Wir verfolgen damit das Ziel Maria Montessoris, dem Kind zur Normalisation zu verhelfen.

 Es ist weniger unser Ziel     
 Wissen zu vermitteln,  als       
 vielmehr die geistige Energie    
 des Menschen sichtbar zu machen