3. Eingewöhnungszeit

Der Übergang aus der Familie, in die noch unbekannte Krippe, bedeutet für jedes Kind eine große Herausforderung. Ihr Kind lernt sich an seine neue Umgebung anzupassen und Beziehungen zu anderen Kindern und den Erziehern aufzubauen. Um Ihrem Kind diesen Schritt des Übergangs zu erleichtern, sollte die Eingewöhnungszeit sehr behutsam gestaltet werden. Ihre bloße Anwesenheit im Raum genügt, um für Ihr Kind ein „Nest“, einen sicheren „Hafen“ zu schaffen, in den es sich jederzeit zurückziehen kann, wenn es sich überfordert fühlt.

Wenn Mutter oder Vater (vielleicht auch Oma, wenn das Kind sie gut kennt) still in einer Ecke des Raumes sitzt und ihr/sein Kind beobachtet, hat es alles, was es braucht.

Sollte das Kind kurz vor oder zum geplanten Zeitpunkt des Betreuungsbeginnes erkranken, empfiehlt es sich, die Eingewöhnungsphase zu verschieben, bis das Kind wieder gesund ist und sich von seiner Krankheit erholt hat.


Beginn der Eingewöhnung 

Eine feste Bezugsperson (Mutter, Vater, Oma usw.) begleitet das Kind und hält sich mit ihm im Gruppenraum auf.

Das Kind erlebt nun mit Ihnen zusammen einen Teil des Tagesablaufes in der Gruppe. Es kann beobachten oder sich aktiv am Geschehen beteiligen.

Die Bezugserzieherin nimmt durch Blicke, Zuwendung, Spielangebote behutsam Kontakt zu Ihrem Kind auf.

Intime Pflegesituationen, wie Füttern oder Wickeln werden zunächst von Ihnen durchgeführt, während die neue Bindungsperson im Blickkontakt Ihres Kindes steht.

Während der ersten 6 Tage findet noch kein Trennungsversuch statt.

 

Die erste Trennung
Am Tag der 1. Trennung kommen Sie mit dem Kind in die Gruppe, verabschieden sich an der Tür klar und deutlich und verlassen für ca. 10 – 30 Minuten den Gruppenraum.

In dieser Zeit bleiben Sie aber im Haus, um jederzeit erreichbar zu sein. Bär

Lässt sich Ihr Kind nach der Trennung von der Bezugserzieherin beruhigen, werden Sie zur vereinbarten Zeit wieder zurückgeholt.

Für Sie und Ihr Kind endet somit der heutige Krippentag.

Lässt sich jedoch Ihr Kind nach der Trennung nicht beruhigen, werden Sie nach kurzer Zeit in den Raum geholt und ein nächster Trennungsversuch wird erst in ein paar Tagen gestartet.

 

Stabilisierung
Ist die Trennung gut gelungen, wird die Trennungszeit in den nächsten Tagen weiter ausgedehnt. Die Erzieherin beobachtet und dokumentiert das Verhalten Ihres Kindes und tauscht sich regelmäßig mit Ihnen darüber aus.

Wenn sich Ihr Kind nun in der Gruppe wohlfühlt, sich wickeln und versorgen lässt, halten Sie sich in der Trennungszeit nicht mehr in der Einrichtung auf, sind aber jederzeit telefonisch erreichbar.

Ihr Kind und das Personal sollten sich darauf verlassen können, dass die vereinbarte Abholzeit eingehalten wird.

Dauer der Eingewöhnung
Jedes Kind ist eine eigene Persönlichkeit. Einen für alle Kinder gleichen Ablauf der Eingewöhnung kann es daher nicht geben.

Planen Sie in jedem Fall mindestens 2-4 Wochen ein


Empfehlungen  für ihr Verhalten während ihrer Anwesenheit in der Gruppe:

  • Sie verhalten sich passiv und akzeptieren die Kontakte Ihres Kindes zu anderen Kindern und zu neuen Bezugserzieherinnen.
  • Seien  Sie aufmerksam und beobachten Sie Ihr Kind. Es darf in seinem eigenen Tempo die neue Umgebung erkunden.
  • Sie sind der „sichere Hafen“ für Ihr Kind. Beschäftigen Sie sich NICHT mit anderen Dingen oder Kindern aus der Gruppe, damit Ihr Kind nicht abgelenkt wird bzw. eifersüchtig reagiert
  • Drängen Sie ihr Kind nicht dazu, sich von Ihnen zu entfernen und akzeptieren Sie jederzeit, wenn es Kontakt zu Ihnen sucht.